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Social Design

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Hier findest du Aktuelles zu den Themen Branding, Design & Nachhaltigkeit sowie Tipps & Tricks, um mit deiner Marke erfolgreich durchzustarten.

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Social Design ist mittlerweile ein stark geprägter Begriff unseres Zeitalters und unserer Gesellschaft. Neben wirtschaftlichem Wachstum dient der Begriff als Kontrast dazu für soziales Gleichgewicht und Partizipation.

Als Ursprung des Social Designs könnten William Morris und John Ruskin, die Begründern der Arts and Crafts Bewegung Mitte des 19. Jahrhunderts fungiert haben und die als Gegenbewegung der voranschreitenden Industrialisierung gesehen werden kann. Schon damals wurden Morris und Ruskin als Vertreter eines sozial verantwortungsvollen Gestaltens und Produzierens angesehen. Ihr Fokus lag auf dem Wohl der Arbeitenden, wobei ihr Ansatz vor allem eine Rückkehr zur handwerklichen Tradition darstellte, die der maschinellen Massenproduktion minderwertiger Waren und der damit einhergehenden Ausbeutung der Arbeitskräfte entgegenwirken sollte.

Design, das nicht Social Design ist, ist gar kein Design.

Was ist Social Design?

Den Begriff Social Design gibt es seit dem 21. Jh., inspiriert vom Design-Aktivismus der Post 68er Jahre und resultiert aus den gesellschaftlichen Problemen des digitalen Zeitalters, der Weltfinanzkrise 2007 und der Globalisierung durch Exklusion, soziale Ungerechtigkeit. Knappe Ressourcen sowie die negativen Entwicklungen des Klimas spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Social Design steht hierbei für die notwendige Transformation und beinhaltet  Konzepte und Projekte mit dem Fokus auf Gemeinwohl, Partizipation, Demokratie und Nachhaltigkeit. Hierbei wird nach dem Bottom-Up-Prinzip gehandelt für mehr Sichtbarkeit und echtes Verständnis für Menschen und ihre vielfältigen Probleme. Social Design umfasst Projekte zur ästhetischen und ethischen Gestaltung von sozialen Innovationen und urbanen Räumen und dient als Katalysator für einen positiven sozialen Wandel insbesondere in einem von sozialer Ungleichheit geprägten städtischen Umfeld. Social Design kann als Wandel der Gesellschaft durch Gestaltung verstanden werden.

Was braucht es um Social Design zu praktizieren?

Zunächst ist ein umfassendes Verständnis von Nachhaltigkeit, sowie Dialog, Emanzipation und Partizipation nötig, um Projekte sozial zu gestalten. Hierfür müssen ökologische Tragfähigkeit, wirtschaftliche Effizienz und soziale Gerechtigkeit gegeneinander abgewogen werden. Projekte im Bereich Social Design sollten sich ökonomisch selbst finanzieren ohne Förderung durch Quellen, die dem Nachhaltigkeitsgedanken widersprechen. Grundlegend geht es darum Konzepte nicht auf eine rein ästhetische Gestaltung zu bauen, sondern mit Design Probleme zu lösen und weltverbessernde Ziele vorauszusetzen.

Iterative Prozesse, Designmethoden, Perspektivwechsel sowie das Einbeziehen unterschiedlicher Interessengruppen und Eruieren wesentlicher Bedürfnisse helfen Lebensräume und Produkte so zu gestalten, dass sie inklusiv und barrierefrei sind.

Social Design im Designbereich

Seit der Entstehung der Begrifflichkeit Social Design  wirkt der globale Diskurs zur gesellschaftlichen Verantwortung intensiviert in der Designforschung, der Designpraxis und der Öffentlichkeit. Der Designer spielt bei der Umsetzung nachhaltiger Ziele in der Politik eine wichtige Rolle und etablieren alternative Konzepte wie Cradle-to-cradle, Zero Waste, Closed Loop, Open Source Design, Do-it-yourself Strategien, Design Thinking, Radical Design und Design Activism. Sie dienen dazu den ökologischen Fußabdruck so positiv wie möglich zu gestalten. Die hierdurch gewonnenen Erfahrungen aus dem Designbereich wirken wiederum auf die Politik zurück.

Design Thinking gilt inzwischen als der Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg und als Lösung für die sozialen und ökologischen Probleme. Denn Design Thinking ermöglicht einen partizipativen Ansatz für einen innovativen Wandel und setzt die soziale Orientierung bereits voraus.

Personen arbeiten zusammen

Sozialer Wandel durch Social Design

Das social design lab erstellt mit verschiedenen Stakeholdern Prozesse mit dem Ziel die gesellschaftliche Transformation anzustoßen. Aktuelle Themenfelder benennt das Kollektiv mit Transformation Städte, Sozialraumgestaltung und Circular Society.

Auch das Social Design Network agiert mit kollaborativen Prozessen und Wissensaustausch auf einer internationalen Plattform für lokale Gemeinschaften und leitet Projektteams an soziale Interaktion in die Prozesse zu integrieren.

Social Design beschäftigt sich außerdem mit den durch die Gesellschaft entstandenen Wicked Problems. Wicked Problems, begrifflich 1973 etabliert von Horst Rittel and Melvin Webber, bezeichnen gesellschaftliche, beständige und einzigartige Phänomene, welche einer Lösung bedürfen, allerdings über keine klare Definition oder Endlichkeit verfügen. Ein Beispiel hierfür ist der Klimawandel, bei dem es viele Wege in die richtige Richtung gäbe, es allerdings nicht ganz klar ist, welche spezifischen Wege wann zu einer endlichen Lösung führen können.

Leitfaden für Social Design

Wie kannst du in deinen Projekten Vorraussetzungen aus dem Social Design-Kontext erfüllen?

  • Definiere die Stakeholder.
  • Beobachte die Zielgruppe deiner Projekte genau und bereite dich vor.
  • Identifiziere welche Bedürfnisse erfüllt werden müssen und welche Gewohnheiten die Betroffenen aufweisen. 
  • Berücksichtige kulturelle Beziehungen und Gebräuche.
  • Gestalte, indem du die Betroffenen integrierst.
  • Dokumentiere die Auswirkungen deines Handelns.
  • Registriere die Wertschöpfungsketten, in die sich dein Projekt einfügt.
  • Verarbeite regionale Ressourcen und verbrauche so wenig externe Energie wie möglich.
  • Gib dein Wissen weiter und bilde dich mit dem Wissen Anderer weiter.
  • Gestalte einfach, verständlich und intuitiv.
  • Das Endprodukt sollte qualitativ hochwertig, nicht diskriminierend und nicht von Abhängigkeit geprägt sein.
  • Orientiere dich an einem gender-, kultur-, ethnisch- und religiös-sensiblem Outcome.
  • Das Endergebnis sollte lokal eingebettet mit einem direkten Nutzen für die Betroffenen sein.

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